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Ulm, 18. März 2008 5.000 Euro hat die Uzin Utz AG aus Ulm einem Mal-therapie-Projekt in der Kinderonkologie der Uni-klinik Ulm gespendet. Krebskranke Kinder leiden nicht nur körperlich, sondern auch seelisch an den Folgen der unumgänglichen Behandlung. Die Kunst-therapie hilft den kleinen Patienten, das Erlebte zu bewältigen und zu verarbeiten. Malen bietet der kindlichen Seele Raum, um Angestautes zum Aus-druck zu bringen und ganz nebenbei auch Erfolgser-lebnisse zu haben. Danach sind die kleinen Künstler oftmals sehr erleichtert und auch stolz über das, was sie geschafft und geschaffen haben. Die Kunst-therapie ist aber auch für die Eltern wichtig, die mitmalen und so ihre eigenen Ängste und Sorgen verarbeiten können.
Die 36-jährige Kunsttherapeutin
Sabine Hartmann ist seit über fünf
Jahren an der Kinderklinik und malt mit
den Kin-dern und deren Eltern. Ihre
Stelle steht jedes Jahr von neuem auf
wackligen Beinen. Nach einem Jahr
Praktikum, einer anschließenden
Anstellung als geringfügig Beschäf-tigte
mit zwei Vormittagen pro Woche ist sie
nun seit über anderthalb Jahren als
Halbtagskraft bei ihren jungen
Patienten. Ihre Stelle wird von ehemals
betroffenen Eltern und aus Spenden
finanziert.
"Malen ist für die Kinder eine
Beschäftigung mit Emotionen, ohne allzu
zu tief wühlen zu müssen", davon ist der
Ärzt-liche Direktor der Ulmer
Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendmedizin, Prof. Klaus-Michael
Debatin, überzeugt. Die Freude am Malen
übertrage sich auch auf die Eltern, so
Debatin: Ein System, das Geborgenheit
vermittelt und sich so gegenseitig
trägt.
Mehr als zwei Drittel der Kinder werden
geheilt. Nach so einer belastenden Phase
– viele kommen auch von weit entfernt
von Ulm, stelle sich vor allem die
Frage, wie Familien hinterher wieder in
das "normale" Leben eingeglie-dert
werden können. Nicht zuletzt die hohen
Scheidungsra-ten in diesen Familien
zeigten die Belastung. Hier biete die
Maltherapie eine wichtige Unterstützung
zur sozialen Stabili-sierung und für den
Familienzusammenhalt, unterstreicht
Debatin.
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Emre und seine Eltern haben an diesem Bild, das an die Hundertwasser-Kunst angelehnt ist, etliche Tage gemalt. |
"Das Malen ist Ablenkung und
Beschäftigung für die jungen Patienten.
In dem Alter muss man sich irgendwie
austoben, selbst oder gerade wenn man
für längere Zeit ans Zimmer oder gar
Bett gefesselt ist. Es regt die Sinne an
und die Kinder gewinnen dadurch immer
wieder ein Stück Lebens-freude – gerade
in schwierigen Phasen. Das sind
bleibende Erfolgserlebnisse, anders als
beispielsweise bei der Musik-therapie,
da man da das Ergebnis ja nicht in der
Hand halten und aufbewahren kann",
betont Sabine Hartmann.
| Das Bild einer Mutter, die lange Zeit mit ihrem kleinen Sohn sta-tionär in der Kinderonkologie war. Sie hat sehr viel gemalt und viele Kinder und Eltern mit inspiriert. |
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Es gebe auch schwere und düstere Bilder,
wie eine Katze ohne Haare, die die
Chemotherapie widerspiegle. "Die
Maltherapie schafft es, die kranken
Kinder durch das Bild durchzutragen und
dann kommen auch wieder bunte Bilder,
die einen unbeschwerteren Gemütszustand
abbilden", weiß die Kunsttherapeutin. |
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Scheckübergabe in der Kinderonkologie der Ulmer Uniklinik: Thomas Müllerschön, Vorstandsmitglied der Uzin Utz AG, überreicht dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin und der Kunsttherapeutin Sabine Hartmann (von links) einen Spenden-Scheck über 5.000 Euro. |
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Bilder: Uzin Utz AG |
Dass zwei kleine Künstler mit ihren
Pinseln während der Scheckübergabe auch
schon wieder auf sie warten, bedeu-tet
für Sabine Hartmann viel Motivation für
ihre Arbeit. "Man bekommt auch sehr viel
zurück." So denkt sie nicht ans Aufhören
– trotz aller Widrigkeiten. Uzin Utz AG verzichtet seit
acht Jahren auf aufwendige
Weihnachtskarten
Die Verantwortlichen des Ulmer
Unternehmens verzichten bereits seit
acht Jahren darauf, aufwendige
Weihnachtskarten zu drucken. Stattdessen
kommt das Geld einer gemeinnützigen
Institution zugute.
Dies hat der Vorstandsvorsitzende Dr. H.
Werner Utz so auch seinen
Geschäftspartnern mitgeteilt.
Nicht zuletzt die beständig positiven
Reaktionen auf die Weihnachtsspende
haben die Verantwortlichen der Uzin Utz
AG bestärkt, sich auch weiterhin für die
sozialen Belange in der Region stark zu
machen.
Weiterhin auf Spenden angewiesen
Grundsätzlich kann ein Klinikum aus
Mitteln der regulären Krankenversorgung
eine Maltherapeutin nicht beschäftigen.
Dennoch hat die Uniklinik Ulm das
Projekt von Anfang an nach Kräften
unterstützt. Die Tätigkeit von Sabine
Hartmann wird hier als Segen für die
Kinder bewertet. Als überhaupt eine der
ersten Kinderkliniken in Deutschland hat
Ulm mit einem solchen Projekt begonnen
und die Bilder und kleinen Künstler
wurden, wenn es ihr Gesundheitszu-stand
zugelassen hat, auch schon zu
verschiedenen Ausstellungen eingeladen.
So wird die Kunsttherapie ausschließlich
von ehemals betroffenen Eltern, durch
Spenden oder auch Aktionen wie
Ausstellungen oder Benefizkonzerte
finanziert. Und Spenden werden weiterhin
dringend benötigt, um die für die Kinder
wichtige Kontinuität zu gewährleisten.
Spendenkonto: Uniklinikum Ulm
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Projekt-Nummer: "D 2332 Maltherapie"
Sparkasse Ulm | BLZ 630 500 00 |
Konto 106 478 |
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